BEINGESCHWÜR
Geschwür am Bein
 

Ein "Beingeschwür" bezeichnet der Mediziner als U lcus cru ris.

Manch ein Besucher dieser Seite wird sich wundern, warum das Thema Beingeschwür mit der Schmerztherapie in Verbindung gebracht wird. Die Antwort ist ganz einfach: die moderne Schme rztherapie verfügt über eine Therapiemethode, die gerade bei einem Beingeschwür äußerst hilfreich ist und sogar kausal (= der Ursache entgegen) wirkt (siehe unten). Außerdem klagen viele Patienten mit einem Geschwür am Bein auch über Schmerzen.

Zu Beginn gleich eine Besonderheit: Das tropische Bein geschwür (Ulcus tropicum).
Es handelt sich dabei um ganz charakteristische Geschwür e, die in vielen Tropengegenden unter den bloßfüßig laufenden Eingeborenen sehr verbreitet sind und durch die Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit wirtschaftlich eine große Rolle spielen können. Sie sitzen stets am unteren Drittel des Unterschenkels, besonders an Knöchelgegend, Fe rse, Fu ßrücken, Ze hen. Von kleinen Wunden ausgehend bilden sich bald kreisrunde, scharf umgrenzte Geschwür e aus, die allmählich nach den Seiten und in die Tiefe weiterwuchern und so innerhalb einiger Wochen zu weitgehenden Zerstörungen führen können. Die Oberfläche, die leicht blutet, ist meist von einem schmierigen übelriechenden Belag bedeckt. Die Erreger sind gewisse Bakterien. (Quelle: Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 543)

Von Beingeschwür en sind in Europa und Nordamerika Frauen insgesamt häufiger betroffen als Männer. Personen bis zum 40. Lebensjahr erkranken kaum daran. Im Alter steigt die Prävalenz (= Häufigkeit aller Fälle einer bestimmten Krankheit in der Bevölkerung) für ein Beingeschwür stark an. So beträgt sie zum Beispiel ab dem 80. Lebensjahr je nach Studie zwischen 0,87 und 3,38%.

Ein Beingeschwür entsteht auf dem Boden von Durchblutungsstörungen. 72 % aller Beingeschwür e sind auf ein Venenleiden, 15% auf ein kombiniertes Venen- und Arterienleiden, 7% auf ein Arterienleiden (arteriel le Durchblutungsst örungen) und 6 % auf andere, seltene Ursachen zurückzuführen. Beim diabe tischen Beingeschwür (bevorzugt am Fu ß) kommt allerdings meist noch eine neuropathische (= eine Nervenkrankheit betreffende) Komponente hinzu, die Polyneuropathie.

Risikofaktoren für ein Beingeschwür:

Hauptursache für ein Geschwür am Bein ist die chronisch venöse Insuf fizienz, die häufigste Störung des venösen Systems. 
Eine chronisch venöse Insuffizienz besteht, wenn anlagebedingt die Venenwand geschwächt ist und / oder die sog. Venenklappen nicht mehr richtig funktionieren. Dadurch "versackt" das Blut in den Venen und staut sich. Man spricht dann von einer sog. venösen Abflußstörung. Diese Stauung äußert sich in tagsüber zunehmendem Schwere- und Schmerzgefühl sowie in Beinschwellungen.
Eine venöse Insuffizienz liegt vor, wenn der Knöchelumfang morgens und abends um mehr als 1,5 cm differiert.

Die Behandlung der (noch relativ beschwerdearmen) venösen Insuffizienz besteht im wesentlichen in einer Kompression der dilatierten (= erweiterten) Venen (Kompressionsstrümpfe).

Im weiteren Verlauf der Erkrankung kommt es zu trophischen (= mit Zeichen einer Mangelernährung einhergehenden) Störungen, bedingt durch eine gestörte Mikrozirkulation in der venösen (= die Blutader betreffenden) und arteriellen (= die Schlagader betreffenden) Endstrombahn (Kapillaren). In dieser Situation können schon kleine Verletzung zu einem Beingeschwür führen. Dies liegt daran, daß eine Wunde, auch wenn sie klein ist, nicht mehr zuheilen kann.
Ein Beingeschwür tritt zumeist in der Innenknöchelregion auf. Aber auch die Außenknöchelregion und im Extremfall der gesamte Beinumfang können betroffen sein. Ein Beingeschwür in Folge der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) befinden sich häufig nicht an der typischen Knöchelregion, sondern an Druckstellen der Fußso hlen oder der Zehen.

Bei der klinischen Untersuchung fallen bei einem Beingeschwür eine Varikosis (= dichtes Geflecht oberflächlicher Krampfadern), eine livide (= bläuliche, fahle) Verfärbung der Haut, Ödem (= Schwellung durch Flüssigkeitsansammlung) und Pigmentstörungen auf.

Behandlung des Beingeschwür s:

Neben einer entsprechenden Wundbehandlung muß die gestörte, lokale (= örtliche) Mikrozirkulation wieder in Gang gebracht werden, sonst kann ein Beingeschwür nicht abheilen. 
Dies gelingt bei einem Geschwür am Bein relativ zuverlässig mit einer kontinuierlichen Ischias-Blockade mittels Katheter
(Klatt und Les er 1994) bei gleichzeitig effektiver Schmerzbekämpfung.  
Bei dieser Methode suchen wir von der Oberschenkelrückseite her, handbreit unter dem Gesä ß, den Ischiasnerv in der Tiefe mit einer Kanüle auf und legen einen dünnen Kunststoffschlauch in die zugehörige Nervenscheide (= Gewebsumhüllung) ein. In den folgenden 2-3 Wochen wird dann in diesen Schlauch mehrmals täglich eine verdünnte, örtliche Betäubungsmittellösung eingespritzt. Je nach Wirkstoffkonzentration kommt es dann im Versorgungsgebiet des Ner ven zu einer Verminderung der Schmerzempfindlichkeit bis hin zur Schmerzfreiheit. In dieser Situation kann dann intensiv krankengymnastisch behandelt werden. 
Da dieser Nerv auch vegetative (= das unwillkürliche Nervensystem betreffende) Fasern mit sich führt, kommt es begleitend im korrespondierenden Gewebebereich zu einer Sympat hikolyse (= Aufhebung eines gefäßverengenden Nervenreizes) und damit zu einer deutlichen Mehrdurchblutung, wie sie medikamentös systemisch (= durch eingenommene oder gespritzte Durchblutungsmittel) nie erreicht werden kann.

Besonders effektiv ist bei einem Beingeschwür eine Kombination dieser Blockademethode mit einer Alprostadil (Prostavasin®) - Infusionsserie.

Wichtig ist natürlich bei einem Beingeschwür auch die optimierte Behandlung der Grund- bzw. Begleitkrankheiten (z. B. Zuckerkrankheit) und das Management möglicher Risikofaktoren (z.B. Bluthochdruck, Übergewicht, erhöhte Blutfettwerte, Nikotin).

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C
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D Deafferenzierungsschmerz, Diabetische Neuropathie, Diabetische Polyneuropathie, Discopathie, Discusprolaps, Diskopathie, Diskushernie, Durchblutungsstörung,

E Eagle-Syndrom, Ehrlichiose, Eitrige Arthritis, Entzugskopfschmerzen, Enzephalomyelitis, chronische Epikondylitis, Epicondylitis, Epicondylopathie, Ergotismus, Epikondylopathie,
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G Gastritis, Gehirninfarkt, Gelenkentzündung, Geräusche im Ohr, Geschwür am Bein, Gesichtsrose, Glossitis, Glossodynie, Golferarm, Gonarthritis, Gonarthrose, Grazilis-Syndrom, Gürtelrose, Gürtelrose
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